Warum wird bestraft?

Paragraphenzeichen

© Dirk Reschke-Wittko

Wer gegen ein Strafgesetz verstoßen hat und als schuldig verurteilt wurde, wird bestraft. Zum Beispiel kann er eine Geldstrafe bekommen oder er muss ins Gefängnis. In manchen Staaten – nicht in Deutschland – gibt es sogar die Todesstrafe. Aber warum ist das so? Was nützt das? Dazu gibt es unter Juristen verschiedene Meinungen.

Eine erste Richtung will, dass die verletzte Rechtsordnung wiederhergestellt wird. Dazu müsse der Staat dem Täter zum Ausgleich für dessen Tat ebenfalls ein gerechtes Übel zufügen. Es geht also um Sühne oder Vergeltung.

Einer anderen Richtung geht es vor allem darum, weiteren Straftaten vorzubeugen (Prävention). Dabei wird unterschieden, ob man den einzelnen Straftäter im Blick hat (Spezialprävention), oder die Allgemeinheit (Generalprävention). Spezialprävention ist Einwirken auf den Täter. Strafe kann dabei die Besserung des Täters (Einsicht oder Furcht vor neuer Strafe) bezwecken oder die Gesellschaft vor ihm durch Wegsperren schützen wollen. Generalprävention kann den Glauben der Allgemeinheit in die Rechtsordnung (Sicherheitsbedürfnis) im Sinn haben oder die Abschreckung anderer vor der Begehung von Straftaten.

Letztlich sind das aber alles nur Erklärungsversuche, die man miteinander verbinden muss, um zu verstehen und akzeptieren, warum bestraft wird.

Bei Jugendlichen (14-17 Jahre) und Heranwachsenden (18-20 Jahre) steht der Gedanke im Vordergrund, dass sie erzogen werden sollen, damit sie keine Straftaten mehr begehen.

Jedenfalls geht es nicht mehr wie in der Frühzeit des Rechts um Rache, auch wenn das Opfer der Straftat vielleicht das Bedürfnis danach hat.